Erste Hilfe & Wundversorgung für Tiere

Wunde Pfote beim Hund erkennen und effektiv behandeln – Ursachen, Behandlung und Prävention

Der Tritt in eine Scherbe, eine Abschürfung durch einen scharfkantigen Ast oder ein Beißvorfall mit einem Artgenossen, Wunden beim Hund kommen im Alltag häufig vor. Verschiedene Produkte von Snögg Animal Care unterstützen bei einer schnellen und effizienten Wundversorgung.

Im folgenden Ratgeber erfahren Sie unter anderem welche Ursachen es für Verletzungen beim Hund gibt, was bei infizierten Wunden zu tun ist und wie die natürliche Heilung unterstützt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die häufigsten Ursachen für Wunden beim Hund
  2. Welche Arten von Wunden beim Hund gibt es?
  3. Was kann man bei Wunden bei Hunden tun?
  4. Wunde beim Hund: Notversorgung im Ernstfall
  5. Was ist bei infizierten Wunden zu tun?
  6. Wie lange dauert es, bis eine Wunde bei Hunden heilt?
  7. Was beschleunigt die Wundheilung beim Hund?
  8. Fazit: Durch schnelle Wundversorgung beim Hund Komplikationen vermeiden

Die häufigsten Ursachen für Wunden beim Hund

Die häufigsten Ursachen für Wunden beim Hund können vielfältig sein. Von Verletzungen durch scharfe Gegenstände, Kratzen oder Beißen bis hin zu Verbrennungen oder Unfällen. Es ist wichtig, die Ursachen für diese Verletzungen zu verstehen, um präventive Maßnahmen zu ergreifen und im Falle einer Verletzung des Tieres angemessen reagieren zu können.

Wie entstehen Pfotenverletzungen beim Hund?

Hundepfoten sind mit einer dicken Hornhaut und einem großen Fettpolster bestens gefedert und ausreichend robust, um verletzungsfrei auf verschiedenen Untergründen unterwegs zu sein.
Fremdkörper wie Dornen, Scherben oder scharfkantige Gegenstände können jedoch Verletzungen verursachen. In vielen Fällen bemerken Tierhalter bei ihrem Hund nach oder während des Spaziergangs eine Wunde an der Pfote.
Denkbar sind auch Verbrennungen, etwa wenn das Tier sich die Pfoten auf zu heißem Asphalt verbrannt hat oder versehentlich mit der Pfote in eine heiße Flüssigkeit geraten ist. Im Winter können Erfrierungen zu Verletzungen führen.
Doch nicht nur Einwirkungen von außen führen zu einer Pfotenverletzung beim Hund. Durch Entzündungen zwischen den Zehen, an den Ballen oder den Krallen können ebenfalls Wunden entstehen. Die sogenannte Pododermatitis beim Hund macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar:

  • Juckreiz zwischen den Zehen
  • Besitzer bemerken verstärktes Pfotenlecken beim Hund
  • Nässende Wunden zwischen den Zehen
  • Schwellungen

Zudem können Krallenveränderungen oder Verhornungsstörungen an den Ballen sowie Krusten und Fisteln auf die Pododermatitis hinweisen.
Denkbar sind auch Zwischenzehengranulome. Das sind entzündliche Veränderungen zwischen den Zehen, die durch Ursachen wie Allergien, Fremdkörper oder Infektionen entstehen. Eitrige Infektionen oder nässende Wunden führen bei den Hunden zu exzessivem Lecken und Beißen, was unbedingt vermieden werden sollte.
Unabhängig von der Ursache sollten eine entzündete Pfote, eine offene Wunde beim Hund oder Hautprobleme beim Hund immer tierärztlich abgeklärt werden.

Welche Arten von Wunden beim Hund gibt es?

Eine Wunde beim Hund unterscheidet sich durch die Größe und die Tiefe, zudem gibt es – abhängig von der Verletzung – verschiedene Arten von Wunden:

  • Schürfwunden: Durch das Fell sind Hunde recht gut vor Schürfwunden geschützt, daher kommen Schürfwunden seltener vor. In der Regel entstehen die Verletzungen unter anderem am Unterbauch, wo beim Tier nur wenig Fell vorhanden ist. Häufig sind nur die oberen Hautschichten betroffen und die Wunden sind eher oberflächlich.
  • Schnitte oder Risswunden: Scharfe Gegenstände können Schnitt oder Risse in der Haut verursachen. Unter Umständen handelt es sich nur um einen oberflächlichen Kratzer, die Wunden können aber auch tiefer gehen und untere Hautschichten verletzen.
  • Bisswunden: Bisswunden verursachen nicht nur Wunden, sondern auch Quetschungen oder innere Verletzungen. Auch ein kleiner Biss, etwa durch eine Katze, kann für den Hund gefährlich werden, da eine Infektion mit Bakterien aus der Mundhöhle denkbar ist.
  • Verbrennungen: Eine Verbrennung der Haut oder der Pfoten ist für den Vierbeiner sehr schmerzhaft. Gefahrenquellen lauern oftmals in der Küche durch heißes Fett oder kochendes Wasser. Denkbar ist auch der Kontakt mit einer heißen Herdplatte. Der Hund kann auch einen Sonnenbrand auf der Haut bekommen oder sich die Pfoten auf heißem Asphalt verbrennen.
  • Knochenbrüche: Unter Umständen sind in einer offenen Wunde Knochen oder zersplitterte Knochen zu sehen. Der Hund muss in diesem Fall unverzüglich von einem Tierarzt behandelt werden.
  • Stichwunden: Durch eine kleine Stichwunde wie einen Insektenstich oder Dornen können Infektionserreger in die Haut eindringen. Eine Desinfektion und Reinigung der Wunde sind besonders wichtig.

Was kann man bei Wunden bei Hunden tun?

Die Pflege und Behandlung der Wunde richten sich vor allem nach der Größe und Tiefe der Wunde sowie der Art der Verletzung. Die folgende Tabelle zeigt verschiedene Wundversorgungen beim Hund:

Art der Wunde
Behandlung
Kleine, oberflächliche Wunde oder Hautreizungen Reinigung der Wunde, Desinfektion mit einem für Hunde geeigneten Wundspray oder einem Wundgel.
Größere Wunde Ein größeres Wund sollte idealerweise vom Tierarzt behandelt werden. Der Tierarzt reinigt und pflegt die Wunde, eine sterile, isotonische Kochsalzlösung ist geeignet und eine sterile Wundkompresse wird auf die Wunde gelegt. Die Kompresse wird am besten mit dem Snögg Adhesive Foam Bandage fixiert, das sowohl an Fell als auch an Haut haftet.
Stark blutende Wunden Wenn hellrotes Blut aus der Wunde spritzt, ist eine Arterie verletzt. Um die Blutung zu stoppen, ist ein Druckverband erforderlich. Das Thick Foam Bandage von Snögg ist besonders einfach und schnell anzuwenden. Kontaktieren Sie sofort einen Tierarzt.
Bissverletzungen Keime können eingedrungen sein, wichtig ist darauf zu achten, dass die Wunde sich nicht infiziert. Eventuell ist eine medikamentöse Therapie erforderlich.
Stichwunden mit Fremdkörpern Kleine Fremdkörper werden mit einer Pinzette entfernt. Ein größerer Fremdkörper wie eine Scherbe darf nicht einfach herausgezogen werden, da sonst eine starke Blutung entstehen kann. Kontaktieren Sie sofort einen Tierarzt.
Eitrige oder entzündete Wunde Eitrige Wunden sind ein Anzeichen für eine Infektion und müssen unbedingt ernstgenommen werden. Eine professionelle Reinigung und Diagnose durch den Tierarzt sind wichtig.

Wunde beim Hund: Notversorgung im Ernstfall

Bei einer Verletzung des Vierbeiners ist schnelles Handeln gefragt:

  • Gründliche Reinigung der Wunde mit einer sterilen Kochsalzlösung oder sauberen Wasser zur Entfernung von Schmutz und Fremdkörpern.
  • Anlage eines sterilen Verbandes
  • Anlage eines Druckverbandes bei stark blutenden Wunden
  • Professionelle Versorgung von größeren Wunden beim Tierarzt

Um schnell reagieren zu können, sind verschiedene Verbände zur Versorgung perfekt. In unserem Ratgeber Verbände bei Hunden erfahren Sie, wie Sie den Verband sicher und haltbar anlegen. Achten Sie bei der Wundversorgung auch darauf, dass der Hund voraussichtlich Schmerzen haben wird und daher zubeißen könnte. Schützen Sie sich selbst und holen Sie sich, wenn nötig, Unterstützung durch eine weitere Person.

Was ist bei infizierten Wunden zu tun?

In einigen Fällen entzündet sich das Gewebe und die Wunde will nicht heilen. Hundezunge und Maul sind mit unzähligen Keimen besiedelt. Unter Umständen infiziert sich die Wunde, weil Hunde häufig an einer entzündeten Pfote knabbern, oder der Hund hat an einer OP-Wunde geleckt. „Was tun?“ – diese Frage steht nun für Tierhalter im Vordergrund. In diesen Fällen ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt unerlässlich.
Wenn die Wunde nicht heilen will, können multiresistente Keime vorhanden sein, die zu einer chronischen Infektion führen. Gegen multiresistente Staphylokokken wie MRSP sind gängige Antibiotika wirkungslos. Durch zu häufige Verwendung von Antibiotika werden Bakterien resistent gegen das Medikament und können sich ausbreiten.
Besteht der Verdacht auf MRSP-Keime, ist ein Resistenztest erforderlich. Dabei entnimmt der Tierarzt einen Abstrich aus der tiefen Wunde.

Entscheidend ist ein effizientes Wundmanagement, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Zeigen sich Eiter, Rötungen und Schwellungen beim Hund, ist also schnelles und gezieltes Handeln gefragt.
BactiDefend Dressing von Snögg Animal Care ist ein neues Hydrogeldressing, das die Biobelastung um 99 % reduziert. Der Verband bindet und neutralisiert Bakterien, auch multiresistente. Verwenden Sie BactiDefend Dressing bei Wunden, die Gefahr laufen, infiziert zu werden. Erfahren Sie mehr über BactiDefend Dressing hier.

Wie lange dauert es, bis eine Wunde bei Hunden heilt?

Die Dauer der Wundheilung ist abhängig von der Größe der Verletzung. Kleine Wunden heilen schnell, während es bei großflächigen Wunden einige Wochen dauern kann.
Die Heilungsphase der Wunde beim Hund besteht aus drei Phasen:

  • Exsudations- oder Reinigungsphase: In dieser Phase werden Bakterien, Schmutz und Keime sowie abgestorbenes Gewebe aus der Wunde herausgespült – die Bezeichnung Exsudation leitet sich aus dem lateinischen Begriff „exsudare“ für „abfließen“ ab. Bei starker Verschmutzung der Wunde sollte mit einer sterilen Kochsalzlösung gespült werden.
  • Granulationsphase: Die zweite Phase beginnt etwa 24 Stunden nach Entstehung der Verletzung. Der Körper bildet neues Gewebe und die Wunde beginnt, sich zu verschließen. Zu erkennen ist das an einem weißen Rand rund um die Wunde, der nicht mit Eiter zu verwechseln ist.
  • Epithelisierungsphase: Diese Phase kann, abhängig von der Wunde, mehrere Wochen dauern. Die Wunde ist nicht mehr feucht, sondern trocken, Es bildet sich eine feste Kruste und darunter bildet sich neues Narbengewebe. Neue Zellschichten entstehen und die Haut wird zunehmend widerstandsfähiger.

Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Wundheilung?

Von einer primären Wundheilung spricht man bei nicht infizierten Wunden, die schnell heilen. Die Wundränder wachsen zusammen und es bildet sich eine Narbe.
Die sekundäre Wundheilung betrifft Wunden, bei denen die Wundränder nicht aneinanderstoßen. Bei entzündeten oder großflächigen Wunden füllt der Körper die Wunde mit Granulationsgewebe auf, da die Ränder nicht zusammenwachsen können.

Was beschleunigt die Wundheilung beim Hund?

Durch regelmäßige Verbandswechsel und eine gute Wundversorgung kann die Wundheilung beim Hund beschleunigt werden. Es gibt verschiedene Arzneimittel, die die Regeneration fördern und die Wundheilung unterstützen. In Absprache mit dem Tierarzt kann beispielsweise ein Wundspray verwendet werden. Wichtig ist, den Hund nicht an der Wunde lecken zu lassen. Mit einer Halskrause, einer aufblasbaren Manschette oder einem Body verhindern Tierhalter, das Lecken an der Wunde.

Können Desinfektionsmittel für Menschen auch bei Hunden verwendet werden?

Für die Desinfektion von Wunden bei Hunden empfiehlt sich eine sterile Kochsalzlösung. Weitere Produkte sollten Hundebesitzer mit dem Tierarzt abstimmen.

Fazit: Durch schnelle Wundversorgung beim Hund Komplikationen vermeiden

Wunden beim Hund können verschiedene Ursachen haben. Wichtig ist schnelles Handeln bei der Wundversorgung, um eine Infektion zu verhindern und die Wundheilung zu beschleunigen. Die richtige Pflege und Behandlung ist von der Art und Schwere der Wunde abhängig, in vielen Fällen ist der Besuch beim Tierarzt unerlässlich, vor allem wenn es sich um eitrige Wunden oder Bissverletzungen handelt. Regelmäßige Verbandswechsel können zu einer schnelleren Heilung beitragen, darüber hinaus sollten Hunde auf keinen Fall an der Wunde lecken.

Der Artikel wurde geprüft von Katharina Mothander, Klinikleiterin / Leiterin der Tierärztinnen und Tierärzte, Järfälla Tierklinik Evidensia, Schweden.